juel

Altersmischung 1/2/3

  • Grundsätzliches Ziel für das Lernen in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen ist das Fördern jedes einzelnen Kindes, entsprechend seinem individuellen Lerntyp und seinem individuellen Lerntempo

  • Kinder, die mit geringeren Voraussetzungen in die Schule eintreten und längere Zeit brauchen um sich Grundlagen zu erarbeiten, haben die Möglichkeit, in der flexiblen Eingangsstufe vier Jahre zu verweilen

  • Leistungsstarke Kinder können schon nach einem Jahr direkt in den Jahrgang 3 wechseln

  • Die aus drei Jahrgängen bestehende Lerngruppen arbeitet konstanter, denn 2/3 der Lerngruppe bleiben immer bestehen; es gibt mehr Lernerfahrene/Vorbilder

  • Rituale und Arbeitstechniken werden von 2/3 der Gruppe weitergegeben

  • Der Anteil der „Neuen“ umfasst nur

  • Die Erstklässler kommen, aber als Zweitklässler muss man nicht mit Ihnen mithalten und wieder zum Anfänger werden; die Drittklässler mahnen und verhindern eher Rückschritte

  • Lernmaterialien umfassen ein Angebot für mindestens drei Jahrgänge; dadurch gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten; das Lernangebot kann somit vielfältiger, interessanter und anspruchsvoller sein; die Spanne der Differenzierung ist größer und nicht reduziert auf „leicht oder schwer“

 

 

Die  „Montessori – Klasse“ im JüL- Bereich

 der Adam- Ries- GS

 

„Hilf mir, es selbst zu tun!“

Die Klasse JüL E

Ich bin Frau Kopek, Klassenlehrerin der Klasse JüL E. Seit 9 Jahren unterrichte ich erfolgreich in der Jahrgangsmischung 1 bis 3. Seit dem 01. September 2010 verfüge ich über ein Montessori Diplom. Das heißt, ein großer Teil meines Unterrichts orientiert sich an der Montessori- Pädagogik.

Keine Freiarbeit nach Montessori ohne Dreistufenlektion

Die SuS (Schülerinnen und Schüler) werden mit der Methode der Dreistufenlektion Montessoris, in das Montessori-  Material eingeführt, so dass die SuS anschließend sicher und selbstständig in der Freiarbeit mit dem Material arbeiten können. Das Wort Freiarbeit wird oft falsch verstanden. Aus dem Grund möchte ich diesen von Montessori geprägten Begriff erläutern, denn ohne Dreistufenlektion keine Freiarbeit! Die Dreistufenlektion geht wie folgt vor sich:

1. Stufe: Die Lehrerin benennt den Lerninhalt (auch Einführung des Materials).

2. Stufe: Das Kind erkennt den Lerninhalt und übernimmt durch sein Handeln den Inhalt ganz von selbst!

Die dritte Stufe ist charakterisiert von der Wiederholung des Lerninhalts durch das handelnde Kind. Nun darf das Kind sein gerade erlerntes Wissen in der Freiarbeit mit dem Material vertiefen, in dem es die Handlungen selbstständig durchführt. Das ist der Sinn und Zweck der Freiarbeit nach Montessori! In einem weiteren Lernschritt wird der Lerninhalt von der Lehrerin am Material abgefragt. Das ist eine Prüfung, denn bei diesem Schritt wird deutlich, ob das Kind sicher mit dem Lerninhalt umgehen kann. Die Kinder, die sicher mit dem Montessori-Material arbeiten können, sind in der Lage ihr Wissen an ihre Mitschüler weiterzugeben (Gelerntes wird durch praktisches und sprachliches Wiederholen sicher gefestigt). Auf diese Weise wird ein Material bzw. ein Lerninhalt entweder mit einem einzelnen Schüler, in einer Kleingruppe oder vor der ganzen Gruppe eingeführt.

Welche Ziele werden verfolgt?

Laut Montessori ist das Material zum einen „der Schlüssel zur Welt“ durch handelndes Lösen. Andererseits dient es zur Unterstützung der „Ordnung im Geist“ mittels seiner Überschaubarkeit. Es hat zudem einen Aufforderungscharakter zur Wiederholung (Übung und Vertiefung), es ist variantenreich und es führt zur Fehlerkontrolle und somit zum selbstständigen Lernen. Die SuS sollen durch das Arbeiten mit dem Material eigene Erfahrungen sammeln. In der Freiarbeit arbeitet jedes Kind individuell mit dem Material und muss nicht warten, bis es „rangenommen“ wird. Das fördert die Motivation beim Lernen und verhindert Frustration und Aggression. Während das Kind selbstständig arbeitet, habe ich Zeit für einzelne Kinder, die Unterstützung benötigen. In der Freiarbeitssphase bin ich Beobachterin und Unterstützerin.

Ein Beispiel

Ihr Kind lernt nun mit dem „Bunten Perlenmaterial“ für das Fach Mathematik (s. Abb.). Jede Zahl (1bis 10) hat eine fest zugeordnete Farbe. Nun wende ich die Dreistufenmethode an. Ich fange an, indem ich dem Kind das Multiplizieren (Lerninhalt) mit diesem Material handelnd vorzeige. Das Kind übernimmt den Lerninhalt des Einmaleins aus Eigeninitiative, nur weil es mich bei der Handlung und dem Sprechen beobachtet. Während das Kind spricht und rechnet, beobachte ich und überprüfe, ob das Kind die Handlung richtig ausführt. Bevor ich den Lerninhalt‘ Multiplizieren abprüfe, darf es in der Freiarbeit die Handlung oft wiederholen. Auch andere Rechenarten wie Zahlen zerlegen, addieren und subtrahieren ist mit diesem Material möglich.

Der Auftrag der Lehrkraft

In der Freiarbeitsphase ist es meine Aufgabe, eine dem Kind gegenüber beobachtende  und begleitende Position erkennen zu lassen. Dabei soll das Kind während seiner Arbeit so wenig wie möglich unterbrochen werden. Wenn Sie meinen Unterricht besuchen, werden Sie sehen wie sich die Kinder in den Lerngegenstand vertiefen.  Es entsteht eine positive Lernatmosphäre. Der Aufbau von Montessorimaterialien durch mich, findet vor dem Unterricht statt, so dass eine vorbereitete Lernumgebung (zu verstehen als Aufgabenstellung) entsteht (z.B. Jahreskreis, Weltkarte u.a.). Nun sind das Interesse und die Lernmotivation bei den Kindern geweckt!

Lernprinzipien durch das Montessori Material

vom Einfachen zum Abstrakten

-das eigene Lerntempo

-Wiederholung

-Festigung und Prüfung

-Analyse der Bewegung, die die Lehrerin vormacht

-Eigenkontrolle und damit Sicherheit beim Kind

-Förderung der Sprache (Fachsprache)

-Bewegungsförderung (Sinnes- und Motorikübungen)

-Stärkung der sozialen Kompetenz

-Klarheit in der Bewegungsabfolge (Förderung der Konzentration)

-Förderung der Ausdauer

-Willensbildung durch eine selbstständige freiwillige Aktivität

-Entwicklung der Selbstdisziplin

-Verantwortungsbewusstsein für das Material, für die Mitschülerinnen und Mitschüler